30 Beschäftigungen für Regentage mit Kindern – Indoor-Basteln, das echte Fähigkeiten stärkt

Kreative Indoor-Aktivitäten, die Kinder beschäftigen und dabei Zusammenarbeit, Geduld und Gefühlsbewusstsein fördern

Gemütlicher Bastelplatz an einem Regentag mit buntem Material am Fenster, an dem Regentropfen herunterlaufen

Hier sind 30 Indoor-Aktivitäten für einen Regentag. Eine Mischung aus Klassikern und Catbears-Originalen. Jede lässt sich mit Dingen aufbauen, die ihr schon zu Hause habt, und jede bringt genau die Momente hervor, in denen Kinder wirklich etwas lernen: teilen, verhandeln, warten, sich von Frust erholen.

Springt über die Liste unten direkt zu einer Aktivität oder scrollt einfach durch, bis euch etwas ins Auge fällt.

Direkt zu einer Aktivität

  1. Die Decken-Höhle als Gemeinschaftsprojekt
  2. Regenfenster-Kunst
  3. Das Eintopf-Koch-Projekt
  4. Der Indoor-Hindernisparcours
  5. Die Karton-Welt
  6. Die Geschichten-Runde
  7. Freundschafts-Ausmalbild
  8. Das Puppentheater planen
  9. Gemeinsam mit Aquarell malen
  10. Mit Knete formen
  11. Backen am Regentag
  12. Brett- & Kartenspiele
  13. Mit LEGO & Bausteinen bauen
  14. Picknick & Teeparty drinnen
  15. Papierflieger
  16. Puzzle-Herausforderung
  17. Origami & Papierfalten
  18. Blätter-Frottage & Naturdruck
  19. Ein Mini-Buch schreiben & illustrieren
  20. Küchen-Experimente
  21. Selbstgebaute Tischtennisplatte
  22. Sonnige Zimmer-Deko
  23. Eine Grußkarte basteln & verschicken
  24. Die Matratzenrutsche
  25. Das Clownsnasen-Karton-Spiel
  26. Das Tanzschritt-Kettenspiel
  27. Bowling drinnen
  28. Selbstgebaute Instrumente & Band
  29. Die Fühlkiste
  30. Die Familienzeitung

30 Beschäftigungen für Regentage mit Kindern


1. Die Decken-Höhle als Gemeinschaftsprojekt

Gemütliche Decken-Höhle mit bunten Decken, Lichterketten, Kissen und Kuscheltieren im Wohnzimmer

Eine Höhle zu bauen erfordert bei jedem Schritt Absprache. Wohin kommt sie? Wie groß wird sie? Wer entscheidet? Wir planen das nicht für die Kinder vor. Das Durcheinander beim gemeinsamen Tüfteln ist die eigentliche Aktivität.

Material: Decken, Kissen, Stühle, Wäscheklammern oder Clips

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Zwei Kinder wollen unterschiedliche Standorte. „Ihr habt beide eine Idee. Wie könntet ihr euch entscheiden?"
  • Jemand will das Sagen haben. „Alle dürfen mitbauen. Welchen Teil könnte sie übernehmen?"
  • Die Höhle fällt zusammen. Jemand gibt einem anderen die Schuld. „Sie ist umgefallen. Das ist ärgerlich. Was könnten wir anders probieren?"
  • Nicht alle passen bequem hinein. „Der Platz ist klein. Wie können sich alle dazugehörig fühlen?"
  • Jemand will etwas anbauen, das die Konstruktion zum Einsturz bringen könnte. „Was glaubst du, was passiert, wenn wir das dazunehmen?"

2. Regenfenster-Kunst

Kinderzeichnungen von Regenwolken und Regenschirmen, an ein verregnetes Fenster geklebt, an dem Regentropfen sichtbar sind

Wir kleben Papier ans Fenster, dort, wo der Regen auftrifft. Die Kinder malen, was sie sehen, was sie sich vorstellen, wie der Regen sie fühlen lässt. Ihre Bilder landen direkt nebeneinander auf der Scheibe. Genau darum geht es.

Material: Papier, Klebeband, Filzstifte oder Buntstifte

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemand malt „in" den Bereich eines anderen auf dem Fenster hinein. „Eure Bilder sind jetzt Nachbarn. Was hältst du davon?"
  • Jemand sagt, die Zeichnung eines anderen sei falsch. „So sieht Regen doch gar nicht aus!" Frag nach: „Hast du Regen schon mal jedes Mal gleich aussehen sehen?"
  • Ein Kind malt etwas Trauriges oder Wütendes. Lenk nicht ab. Sei neugierig: „Erzähl mir von deinem Bild. Was passiert da?"
  • Jemand will den „besten" Platz am Fenster. „Alle wollen etwas sehen. Wie könnten wir uns das Fenster teilen?"

3. Das Eintopf-Koch-Projekt

Eine Schüssel mit bunter selbstgemachter Studentenfutter-Mischung aus Müsli, Trockenobst und Snacks, von Kindern zubereitet

Einfache Rezepte ohne Backen funktionieren am besten: Studentenfutter, belegte Brote, verzierte Cracker. Wir benutzen ganz bewusst eine Schüssel in der Mitte. Jeder gibt seine Zutat in dasselbe Gefäß. Das Endergebnis gehört allen, also wird jede Entscheidung gemeinsam getroffen.

Material: Einfache Zutaten (Müsli, Trockenobst, Cracker, Aufstriche), eine Schüssel, Löffel

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemand gibt zu viel von einer Zutat dazu. „Jetzt sind da ganz viele Rosinen drin. Wie finden die anderen das?"
  • Jemand will nicht, dass die eigene Zutat eine andere berührt. In einer gemeinsamen Schüssel berührt sich alles. „Was könnten wir tun?"
  • Jemand will umrühren, ist aber nicht dran. „Warten ist schwer. Du bist gleich dran."
  • Das Endergebnis sieht nicht so aus, wie es sich jemand vorgestellt hat. „Es ist anders geworden als geplant. Was gefällt dir daran?"
  • Jemand will das Endergebnis nicht gleichmäßig teilen. „Alle haben etwas beigetragen. Wie sollen wir es aufteilen?"

4. Der Indoor-Hindernisparcours

Indoor-Hindernisparcours aus Kissen, Stühlen und Klebebandlinien im Wohnzimmer

Die Kinder entwerfen und bauen den Parcours gemeinsam und gehen ihn dann nacheinander durch. Beim Bauen braucht es Einigung. Beim Abwechseln braucht es Geduld. Und einer will immer als Erstes.

Material: Kissen, Stühle, Klebeband auf dem Boden, alles, was gerade da ist

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Alle wollen als Erstes. „Wie sollen wir die Reihenfolge bestimmen?" Lass sie das herausfinden.
  • Jemand verändert den Parcours, während ein anderer ihn gerade benutzt. „Sie war mittendrin. Wie fühlt sie sich deiner Meinung nach?"
  • Jemand sagt, ein anderer habe es „falsch" gemacht. „Es gibt verschiedene Wege durch den Parcours. Sein Weg zählt auch."
  • Jemand wird frustriert und will aufhören. Lass das Gefühl da sein. „Es ist schwerer als erwartet. Welchen Teil kannst du versuchen?"
  • Jemand ist viel schneller fertig und wird beim Warten ungeduldig. „Warten gehört zum Spiel dazu. Was könntest du tun, während du wartest?"

5. Die Karton-Welt

Ein von Kindern bemalter Karton mit bunten Zeichnungen, verwandelt in einen fantasievollen Spielraum

Ein großer Karton oder mehrere kleine. Die Kinder verwandeln sie in alles, was sie sich ausdenken: ein Auto, ein Haus, eine Rakete. Wenn sich mehrere Kinder einen Karton teilen, wird aus jeder Entscheidung eine Verhandlung. Gib ihnen Raum, das selbst hinzubekommen.

Material: Kartons, Filzstifte, Klebeband, Schere (mit Hilfe)

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Zwei Kinder wollen, dass der Karton etwas Unterschiedliches ist. „Er kann nicht gleichzeitig ein Auto und ein Haus sein. Was könntet ihr tun?"
  • Jemand bemalt eine Stelle, die ein anderes Kind haben wollte. „Da wollte sie eigentlich ihr Fenster hinmalen. Was nun?"
  • Jemand will den Karton schneiden, aber die anderen sind unsicher. „Das ist eine große Entscheidung. Einmal geschnitten, bleibt geschnitten. Was meinen alle?"
  • Das fertige Werk passt nicht zu dem, was sich jemand vorgestellt hat. „Es ist etwas anderes geworden. Was gefällt dir an dem, was es jetzt ist?"
  • Jemand will den Karton überhaupt nicht teilen. „Dieser Karton ist für alle. Wie können wir alle ein Teil davon sein?"

6. Die Geschichten-Runde

Auf einem gemütlichen Teppich ausgebreitete Kinderzeichnungen zu einer Geschichte mit Figuren und Szenen aus gemeinsamem Geschichtenerzählen

Eine Person fängt eine Geschichte an und gibt sie dann an die nächste weiter. Jeder fügt ein Stück hinzu. Die Geschichte landet an Orten, mit denen niemand gerechnet hat. Meistens fangen die Kinder dann an zu lachen, und meistens ärgert sich da auch jemand. Beides ist nützlich.

Material: Nur Fantasie (oder Papier, um Szenen zu malen)

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemand lenkt die Geschichte in eine Richtung, die einem anderen nicht gefällt. „Die Geschichte hat sich verändert. Wie fühlt sich das an?"
  • Jemand versucht, das „rückgängig zu machen", was die vorige Person hinzugefügt hat. „Dieser Teil gehört schon zur Geschichte. Was passiert als Nächstes?"
  • Jemand macht die Geschichte gruselig oder gewalttätig. Lass es sich entfalten und sei dann neugierig: „Was brauchen die Figuren jetzt?"
  • Jemand redet zu lange und die anderen werden ungeduldig. „Jeder darf etwas hinzufügen. Halte deinen Teil kurz, damit die anderen auch mitspielen können."
  • Jemand will nicht mitmachen. „Du kannst zuhören und dazukommen, wenn du bereit bist."

7. Freundschafts-Ausmalbild

Ein Freundschafts-Ausmalbild mit einer Katze und einem Krokodil, die gemeinsam etwas erschaffen, perfekt für einen gemütlichen Regentag

Die Aktivität findet ihr hier: Freundschafts-Ausmalbild „Katze & Krokodil" →

Manchmal verlangen Regentage nach etwas Ruhigem. Gemeinsam auszumalen ist eine entspannte Art, nah beieinander zu sein, ohne den Druck, etwas bauen oder entscheiden zu müssen. Druckt ein Freundschafts-Ausmalbild aus und lasst die Kinder nebeneinander malen, oder arbeitet zusammen am selben Bild und sucht euch jeweils unterschiedliche Bereiche aus.

Material: Ausgedrucktes Ausmalbild, Buntstifte oder Filzstifte

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Zwei Kinder wollen dieselbe Figur ausmalen. „Ihr wollt beide die Katze ausmalen. Was könntet ihr tun?"
  • Jemand malt „über die Linien hinaus" oder auf unerwartete Weise. „Sie hat das Krokodil lila gemalt!" Lass es so sein. „Es gibt viele Arten auszumalen."
  • Jemand ist schneller fertig und wird unruhig. „Du bist fertig. Was könntest du tun, während sie fertig malt?"
  • Das fertige Ausmalbild sieht anders aus als erwartet. „Wem sollen wir das schenken? Ihr habt es zusammen gemacht."

8. Das Puppentheater planen

Selbstgemachte Papiertüten-Puppen mit Wollhaaren, die aus einem Karton-Puppentheater hervorschauen

Die Puppen zu basteln ist erst der Anfang. Die eigentliche Arbeit besteht darin, gemeinsam eine Aufführung zu planen: Wer spielt welche Figur, wie geht die Geschichte, wann spricht wer. Jede Entscheidung braucht die Zustimmung von allen. Plant einen ganzen Nachmittag ein.

Material: Papiertüten oder Socken, Filzstifte, Wolle, eine „Bühne" (Tisch, Karton, Decke über Stühlen)

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Alle wollen dieselbe Figur. „Nur eine Person kann die Prinzessin sein. Was könnten wir tun?"
  • Jemand will, dass seine Puppe „gewinnt" oder die Heldin ist. „Jede Puppe hat eine Rolle. Wie können sie alle wichtig sein?"
  • Die Aufführung läuft anders als geplant. Jemand vergisst seinen Text. „Was passiert jetzt? Können wir weitermachen?"
  • Jemandem gefällt nicht, wie ein anderer seine Rolle gespielt hat. „Sie hat es auf ihre Art gemacht. Deine Art kann anders sein, wenn du dran bist."
  • Das Publikum (Eltern, Geschwister) passt nicht richtig auf. „Wie hat es sich angefühlt, als sie nicht zugeschaut haben? Was könntest du sagen?"

Dieses Puppen-Projekt ist das Herzstück dessen, was wir tun. Die erste Lektion unseres Kurses ist kostenlos, falls ihr eine Schritt-für-Schritt-Anleitung möchtet, um gemeinsam ein komplettes Puppentheater aufzubauen.


9. Gemeinsam mit Aquarell malen

Zwei Kinder malen mit Aquarellfarben an einem Holztisch mit bunten Farbpaletten und Wassergläsern, im Hintergrund ein verregnetes Fenster

Aquarell ist herrlich unberechenbar. Farben verlaufen, Formen überraschen, das Ergebnis ist nie ganz das, was man geplant hat. Richtet zwei Plätze ein oder teilt euch eine Palette. Das gemeinsame Wasserglas wird schnell trüb, und genau dann beginnt meistens der erste Streit.

Material: Aquarellfarben, Pinsel, Papier, Wassergläser

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Zwei Kinder wollen gleichzeitig dieselbe Farbe. „Was könntest du tun, während sie damit fertig wird?"
  • Die Farben des einen Kindes verlaufen auf das Papier des anderen, wenn sie sich eine Fläche teilen. „Was ist passiert? Ist es kaputt, oder einfach nur anders geworden?"
  • Jemand ist frustriert, weil das Bild nicht so aussieht wie vorgestellt. „Es ist anders geworden als geplant. Wie könntest du nennen, was daraus geworden ist?"
  • Ein Kind ist viel schneller fertig und will sofort ein neues Bild anfangen. „Sie arbeitet noch an ihrem. Wie kannst du dich beschäftigen, ohne sie zu drängen?"

10. Mit Knete formen

Bunte Knete in vielen Farben auf einem Holztisch mit Nudelhölzern, Förmchen und kleinen geformten Tieren in einer gemütlichen Küche

Knete verzeiht viel. Fehler werden plattgedrückt und zu etwas Neuem. Gebt jedem Kind zu Beginn seine eigene Farbe und beobachtet dann, was passiert, wenn das Tauschen losgeht, wenn Farben aus Versehen vermischt werden und wenn ein Kind am Ende mehr hat als das andere.

Material: Knete in mehreren Farben (gekauft oder selbstgemacht), Nudelhölzer, Förmchen optional

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Zwei Farben werden vermischt. „Du hast sie vermischt. Wie findest du das? Welche Farbe ist daraus geworden?"
  • Ein Kind hat deutlich mehr Knete als das andere. „Sie hat mehr. Was könnten wir tun, damit es sich fair anfühlt?"
  • Jemand ist verärgert, weil sein Werk nicht richtig aussieht. „Du kannst es jederzeit plattdrücken und neu anfangen. Oder vielleicht ist das eine neue Art von Wesen?"
  • Ein Kind will dem anderen genau vorschreiben, was es machen soll. „Sie will ihr eigenes Ding machen. Kannst du deins machen und sie ihrs?"

11. Backen am Regentag

Kinder backen gemeinsam Muffins in einer warmen, gemütlichen Küche mit einer Rührschüssel, Mehl auf der Arbeitsfläche und einem Backblech

Gemeinsames Backen heißt: sich abwechseln, Anweisungen der Reihe nach befolgen und teilen, was aus dem Ofen kommt. Haltet das Rezept einfach: Muffins, Kekse oder verzierte Cracker. Und stellt euch auf das Warten ein. Fünfzehn Minuten im Ofen sind eine lange Zeit, wenn man sieben ist.

Material: Zutaten für ein einfaches Rezept, Messbecher, Rührschüssel, Backform

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Zwei Kinder wollen beide dieselbe Zutat hineinschütten. „Es kann immer nur eine Person schütten. Wie sollen wir entscheiden, wer anfängt?"
  • Jemand gibt zu viel von etwas dazu. „Im Rezept steht eine Tasse, aber wir haben zwei genommen. Was könnten wir tun?"
  • Das fertige Ergebnis sieht nicht aus wie das Bild im Rezept. „Es ist anders als auf dem Foto. Zählt es trotzdem als unseres?"
  • Auf das Backen zu warten ist schwer. „Es braucht fünfzehn Minuten. Was könntest du tun, während wir warten?"

12. Brett- & Kartenspiele

Buntes Brettspiel aufgeklappt auf einem gemütlichen Teppich mit Spielfiguren und Würfeln, Kinderhände greifen nach den Figuren, warmes Regentag-Licht

Brettspiele sind gut, um würdevoll zu verlieren, Regeln zu befolgen, auf die sich alle geeinigt haben, und auf seinen Zug zu warten. All das ist wirklich schwer. Wichtig ist, ein Spiel zu wählen, das für alle Mitspieler tatsächlich Spaß macht, und nicht nur für die Ältesten oder Ehrgeizigsten.

Material: Irgendein Brett- oder Kartenspiel auf dem passenden Niveau für alle Mitspieler

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemand verliert und ist verärgert. Lass das Gefühl da sein. „Verlieren fühlt sich schlecht an. Das ist echt. Was möchtest du tun: nochmal spielen oder eine Pause machen?"
  • Jemand biegt sich eine Regel zu seinen Gunsten zurecht. „Die Regeln sagen, dass alle dasselbe machen. Was passiert, wenn jeder seine eigenen Regeln aufstellt?"
  • Ein Kind ist viel besser im Spiel und gewinnt ständig. „Manche kennen das Spiel besser. Findest du das fair? Was könnten wir ändern?"
  • Jemand beschuldigt einen anderen, zu schummeln. „Warum glaubst du, dass sie das gemacht hat? Was würde das Spiel für alle fair machen?"

13. Mit LEGO & Bausteinen bauen

Bunter LEGO-Turm und verstreute Steine auf einem Holzboden, Kinderhände bauen gemeinsam in einem warmen Wohnzimmer

Nebeneinander mit gemeinsamen Steinen zu bauen ist eine Übung in Zusammenarbeit. Wer bekommt die blauen Teile? Was passiert, wenn jemand aus Versehen etwas umwirft? Bauen sie eine Sache zusammen oder zwei getrennt? Lass sie das herausfinden.

Material: LEGO, Duplo oder beliebige Bausteine

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Beide Kinder wollen dasselbe Teil. „Es gibt nur ein einziges von diesem Teil. Wie könntet ihr entscheiden, wer es bekommt?"
  • Jemand wirft aus Versehen den Turm eines anderen um. „Sie hat es nicht so gemeint. Trotzdem ist es ärgerlich. Was passiert jetzt?"
  • Ein Kind will zusammen bauen, das andere getrennt. „Ihr habt unterschiedliche Ideen. Kann beides gleichzeitig gehen?"
  • Jemandes Werk wird kritisiert. „Das ist seine Idee für ein Gebäude. Es muss nicht so aussehen wie deins."

14. Picknick & Teeparty drinnen

Gemütliches Indoor-Picknick auf einer karierten Decke auf dem Holzboden mit kleinen Tellern, Snacks, Trinkpäckchen und Kuscheltieren als Gäste

Legt eine Decke auf den Boden, stellt Snacks bereit, ladet die Kuscheltiere ein. Die Vorbereitung macht genauso viel Spaß wie das Essen: Wer sitzt wo, was kommt auf welchen Teller, wer schenkt ein. Meine Kinder verbringen mehr Zeit damit, die Gäste zu platzieren, als tatsächlich zu essen.

Material: Decke, Teller und Becher, einfache Snacks, Kuscheltiere als Gäste optional

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Zwei Kinder sind sich uneinig, wohin die Decke kommt. „Ihr habt beide eine Idee. Gibt es einen Platz, der für beide passen könnte?"
  • Ein Kind will ein Kuscheltier einladen, das das andere nicht mag. „Sie möchte das eine nicht dabeihaben. Wie fühlt sich das für dich an?"
  • Jemand nimmt sich eine deutlich größere Portion Snacks. „Wir teilen uns dasselbe Essen. Haben alle genug?"
  • Das Picknick muss enden, aber jemand ist noch nicht so weit. „Es ist Zeit aufzuräumen, aber sie ist noch nicht fertig. Was könnte helfen?"

15. Papierflieger

Bunte Papierflieger im Flug und verstreut auf einem Holzboden, Kinder falten Papier an einem Tisch in einer warmen Innenraum-Umgebung

Falten, werfen, zusehen, wie er abstürzt, nochmal versuchen. Beim ersten Versuch fliegt nichts perfekt, und das gehört irgendwie dazu. Richtet einen Weitwurf-Wettbewerb mit einer Klebebandlinie auf dem Boden ein. Lasst die Kinder verschiedene Modelle ausprobieren und schauen, was sich wirklich verändert.

Material: Papier (unterschiedliche Stärken fliegen unterschiedlich), ein freier Flur oder Raum, Klebeband für eine Startlinie

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemandes Flieger fliegt viel weiter und das Kind hört nicht auf zu jubeln. „Du freust dich. Sie ist enttäuscht. Beide Gefühle sind echt. Was nun?"
  • Der Flieger eines Kindes fliegt gar nicht. „Dieses Modell hat nicht funktioniert. Was könntest du daran ändern?"
  • Zwei Kinder messen die Weite unterschiedlich und streiten darüber, wer gewonnen hat. „Ihr habt unterschiedlich gemessen und unterschiedliche Ergebnisse bekommen. Wie sollen wir entscheiden?"
  • Jemand zerknüllt seinen Flieger aus Frust. „Der Frust ist echt. Möchtest du ein neues Blatt Papier, um frisch anzufangen?"

16. Puzzle-Herausforderung

Großes buntes Puzzle, das auf einem Teppich zusammengesetzt wird, Kinderhände legen Teile, halb fertig in einem warmen, gemütlichen Innenraum

Puzzles sind befriedigend und langsam. Eine gute Kombination für einen langen Regennachmittag. Ein Puzzle, geteilt zwischen zwei oder mehr Kindern. Es allein zu machen ist hier nicht das Ziel.

Material: Ein Puzzle im passenden Schwierigkeitsgrad (weder zu leicht noch unmöglich für die beteiligten Altersgruppen)

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemand schnappt sich ein Teil, nach dem das andere Kind schon greifen wollte. „Sie wollte dieses Teil gerade ausprobieren. Was passiert jetzt?"
  • Ein Kind löst den Großteil und das andere fühlt sich außen vor. „Du findest die Teile schneller. Wie kann sie sich auch als Teil davon fühlen?"
  • Sie arbeiten schon eine Weile und es kommt nicht zusammen. „Das ist schwer. Wollt ihr weitermachen oder eine Pause einlegen und später zurückkommen?"
  • Ein Teil scheint zu fehlen. „Wir finden dieses Teil nicht. Was sollen wir tun?"

17. Origami & Papierfalten

Origami-Kraniche, -Frösche und -Boote auf einem Holztisch arrangiert, mit bunten quadratischen Papieren und faltenden Kinderhänden in der Nähe

Schritte der Reihe nach befolgen, um Hilfe bitten, wenn man feststeckt, das Papier nicht aus Frust zerreißen. Origami ist Geduldsübung im Bastel-Gewand. Fangt mit etwas Einfachem an (eine schlichte Schachtel, ein Boot) und baut darauf auf. Für die meisten Kinder ist ein kurzes Video viel leichter zu folgen als eine schriftliche Anleitung.

Material: Quadratisches Papier (dünneres Papier faltet sauberer), eine Origami-Anleitung für Anfänger oder ein kurzes Video

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemandes Kranich sieht nicht aus wie das Beispiel. „Er ist anders als auf dem Bild. Zählt er trotzdem als Kranich?"
  • Ein Kind wird frustriert und will aufhören. „Dieser Schritt ist schwer. Würde es helfen, das Video nochmal anzusehen, oder dass dir jemand es langsam zeigt?"
  • Ein Kind ist viel schneller fertig und fängt an, sich über das Tempo des anderen lustig zu machen. „Jeder faltet in seinem eigenen Tempo. Was könntest du tun, während du wartest?"
  • Jemandes Papier reißt. „Das Papier ist gerissen. Das ist ärgerlich. Möchtest du neu anfangen oder mit diesem hier weitermachen?"

18. Blätter-Frottage & Naturdruck

Bunte Blätter-Frottagen mit Buntstiften auf weißem Papier, die Blattstrukturen und -adern zeigen, daneben Herbstblätter auf einem Holztisch arrangiert

Legt ein Blatt unter das Papier, reibt mit einem abgepellten Buntstift darüber, und die Struktur kommt durch. Die Kinder können kurz vor dem Regen oder zwischen den Schauern Blätter sammeln oder einfach nehmen, was an Pflanzen schon im Haus ist. Jedes Blatt ergibt ein anderes Muster, und die Kinder wollen immer vergleichen.

Material: Blätter, weißes Papier, abgepellte Buntstifte (mit der Seite reiben funktioniert am besten), Klebeband, um das Blatt festzuhalten

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Zwei Kinder wollen beide dasselbe Blatt. „Von diesem hier gibt es nur eins. Was könntet ihr tun?"
  • Jemandes Abdruck kommt nicht klar heraus. „Versuch, fester zu drücken, oder nimm einen anderen Winkel. Was verändert sich?"
  • Ein Kind ist fertig und langweilt sich beim Zuschauen. „Sie arbeitet noch. Was könntest du tun, während du wartest?"
  • Die Ergebnisse sehen alle unterschiedlich aus, obwohl sie dasselbe Blatt benutzt haben. „Sie sind vom selben Blatt und sehen trotzdem alle anders aus. Woran liegt das wohl?"

19. Ein Mini-Buch schreiben & illustrieren

Selbstgemachtes Kinder-Mini-Buch aufgeschlagen auf einem Holztisch, mit bunten handgezeichneten Illustrationen und handgeschriebenem Text, daneben Buntstifte und Bleistifte

Faltet ein paar Blätter Papier in der Mitte und tackert den Rücken. Schon habt ihr ein Buch. Einigt euch gemeinsam auf eine Geschichte: Figuren, Handlung, Ende. Eine Person schreibt, die andere illustriert, oder ihr wechselt euch seitenweise ab. Die meiste Zeit geht für Diskussionen darüber drauf, was als Nächstes passieren soll, und das ist in Ordnung. Das ist die Aktivität.

Material: Zu einem Heft gefaltetes Papier, Stifte, Buntstifte oder Filzstifte

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Zwei Kinder wollen die Geschichte in unterschiedliche Richtungen lenken. „Zwei Ideen. Könnten beide passieren, eine nach der anderen?"
  • Ein Kind will das ganze Schreiben übernehmen und gar nicht illustrieren (oder umgekehrt). „Sie will auch malen. Wie könntet ihr die Arbeit aufteilen?"
  • Die Geschichte wird sehr lang und das Heft hat keine Seiten mehr. „Dir sind die Seiten ausgegangen. Wie willst du es beenden?"
  • Einem Kind gefällt nicht, wie der Mitautor seinen Teil illustriert hat. „Es ist anders, als du es dir vorgestellt hast. Es gehört trotzdem zu eurer gemeinsamen Geschichte."

20. Küchen-Experimente

Kinder machen einfache Küchen-Experimente an einem Tisch mit Natron und Essig, das in Schüsseln sprudelt, und bunten Lebensmittelfarben in Wassergläsern

Natron und Essig, Lebensmittelfarbe in Wasser, eine selbstgemachte Lavalampe aus Öl und Wasser. Einfache Küchen-Experimente, die wie Zauberei wirken und fast nichts kosten. Gebt jedem Kind eine Aufgabe: eines misst ab, eines schüttet, eines schreibt auf, was passiert. Sie werden über alles uneins sein, und das ist gut so.

Material: Natron, Essig, Lebensmittelfarbe, Wasser, kleine Schüsseln oder Gläser, Löffel, Papier zum Festhalten der Ergebnisse

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Zwei Kinder wollen beide denselben Schritt machen. „Es kann immer nur eine Person schütten. Wie sollen wir uns abwechseln?"
  • Ein Experiment funktioniert nicht wie erwartet. „Es hat nicht das gemacht, was wir dachten. Was ist passiert? Was könnten wir ändern?"
  • Ein Kind übernimmt alles und das andere fühlt sich außen vor. „Sie war noch gar nicht dran. Was könnte sie als Nächstes machen?"
  • Jemand will weitermachen, der andere ist fertig. „Du willst noch experimentieren. Sie ist fertig. Was könnte für euch beide passen?"

21. Selbstgebaute Tischtennisplatte

Kinder spielen Tischtennis auf einem Esstisch mit selbstgemachten Karton-Schlägern und einer Reihe Bücher als Netz

Ihr braucht keine echte Ausrüstung. Schiebt eine Reihe Bücher quer über die Mitte des Tisches als Netz. Schneidet Schlägerformen aus Karton aus. Nehmt einen kleinen Gummiball oder eine zusammengerollte Socke. Die Ausrüstung zu bauen dauert etwa zwanzig Minuten, und alle starten gleichberechtigt, was hilft.

Material: Karton (für die Schläger), Klebeband oder Schere, Bücher oder ein gefaltetes Handtuch fürs Netz, ein kleiner weicher Ball oder eine zusammengerollte Socke

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemand streitet darüber, ob ein Ball drin oder draußen war. „Ihr habt es unterschiedlich gesehen. Wie entscheidet ihr, wenn es keinen Schiedsrichter gibt?"
  • Ein Kind ist viel besser darin. „Sie gewinnt oft. Wie fühlt sich das an? Was könnte es für alle lustiger machen?"
  • Jemand will ständig die Regeln ändern. „Wir haben uns am Anfang auf die Regeln geeinigt. Was passiert, wenn jeder die Regeln ändert, wann er will?"
  • Das Netz fällt immer wieder um. „Das Netz fällt ständig um. Das ist ärgerlich. Womit könnten wir es reparieren?"

22. Sonnige Zimmer-Deko

Bunte selbstgemachte Papierausschnitte von Sonnen, Regenbögen, Eistüten und Wassermelonen, als fröhliche Sommer-Deko in einem gemütlichen Zimmer aufgehängt

Wenn es draußen grau ist, macht es drinnen sonnig. Malt und schneidet Sonnen, Regenbögen, Eistüten, Wassermelonen aus, alles, was nach Sommer aussieht. Rollt das Klebeband, damit man es vorne nicht sieht, und beklebt damit die Wände, Fenster und Türrahmen. Es dauert eine Weile, und der Effekt ist wirklich aufmunternd.

Material: Papier, Buntstifte oder Filzstifte, Schere, Klebeband

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Zwei Kinder sind sich uneinig, welche Deko wohin kommt. „Ihr habt beide eine Meinung zur Wand. Wie könntet ihr euch den Platz aufteilen?"
  • Jemandes Ausschnitt reißt aus Versehen. „Er ist gerissen. Das ist schade. Lässt er sich reparieren, oder machen wir einen neuen?"
  • Ein Kind will die Deko eines anderen abhängen. „Sie hat die gemacht. Wie würde sie sich wohl fühlen, wenn sie abgehängt würde?"
  • Jemand will etwas malen, das nicht zum sonnigen Thema passt. „Das Thema ist Sommer. Muss es dazu passen, oder ist auch Platz für deine Idee?"

23. Eine Grußkarte basteln & verschicken

Kind bastelt eine bunte handgemachte Grußkarte mit Buntstiften und Aufklebern, gefaltetes Kartenpapier und ein versandfertiger Umschlag

Sucht euch jemanden aus, dem ihr sie schicken wollt: Großeltern, eine Freundin, einen Nachbarn. Faltet das Papier, verziert die Außenseite, schreibt innen etwas hinein. Beschriftet gemeinsam den Umschlag. Und bringt sie dann auch wirklich zur Post. Die meisten Bastelarbeiten bleiben im Haus. Diese geht irgendwohin.

Material: Papier, Buntstifte oder Filzstifte, Aufkleber (optional), Umschlag, Briefmarke

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Zwei Kinder wollen sie an unterschiedliche Personen schicken. „Ihr habt jeweils jemanden im Kopf. Könntet ihr zwei Karten machen, oder gemeinsam entscheiden?"
  • Jemand will etwas Lustiges schreiben, der andere will, dass es herzlich ist. „Beide Ideen sind echt. Gibt es einen Weg, beides reinzubringen?"
  • Ein Kind schreibt eine Karte, ist aber schüchtern, sie zu verschicken. „Es fühlt sich ein bisschen verletzlich an, etwas Selbstgemachtes zu verschicken. Das ist normal. Was fühlt die Person wohl, wenn sie sie bekommt?"
  • Die Karte sieht nicht so aus, wie jemand gehofft hat. „Sie ist anders, als du sie dir ausgemalt hast. Was gefällt dir an ihr?"

24. Die Matratzenrutsche

Matratze in einem sanften Winkel gegen ein Sofa gelehnt, mit Kissen und Büchern abgestützt, ein lachendes Kind rutscht herunter in einem gemütlichen Wohnzimmer

Nehmt eine Matratze vom Bett, lehnt sie in einem sanften Winkel ans Sofa und stützt den Winkel mit Kissen und ein paar Büchern ab. Schon habt ihr eine Rutsche. Der Aufbau dauert ein paar Minuten und beschäftigt die Kinder sehr lange. Einigt euch auf die Regeln, bevor das erste Mal gerutscht wird.

Material: Eine Matratze (Einzelgröße passt am besten), Sofa oder Wand zum Anlehnen, Kissen und Bücher zum Abstützen

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Alle wollen als Erstes. „Wir haben eine Rutsche und alle wollen gleichzeitig. Wie wechseln wir uns ab, ohne dass es zum Streit wird?"
  • Jemand rutscht zu schnell und stößt mit einem anderen zusammen. „Das war ein Versehen. Sie hat sich ein bisschen wehgetan. Was könnten wir sagen?"
  • Ein Kind will den Winkel ändern, aber die anderen sind zufrieden damit. „Du willst es steiler. Was meinen die anderen? Lasst uns gemeinsam entscheiden."
  • Die Rutsche fühlt sich für ein Kind zu gruselig an. „Du musst nicht. Du kannst zuschauen. Sag Bescheid, wenn du bereit bist."

25. Das Clownsnasen-Karton-Spiel

Karton mit einem bunt aufgemalten Clownsgesicht und einem runden Loch als Nase, ein Kind kippt den Karton, um einen Ball durch das Loch zu führen

Nehmt einen Karton, malt vorne ein Clownsgesicht darauf, schneidet ein Loch dorthin, wo die Nase ist. Lasst einen Ball hineinfallen. Das Spiel besteht darin, den Karton zu kippen und zu neigen, bis der Ball durch die Nase herausfällt. Das ist schwerer, als es klingt. Wechselt euch ab, stoppt gegenseitig die Zeit, macht einen Wettbewerb daraus oder versucht, euren eigenen Rekord zu schlagen.

Material: Ein Karton mit Deckel oder geschlossenem Oberteil, Filzstifte, Schere (um das Loch zu schneiden), ein kleiner Ball

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Ein Kind kriegt es schnell hin, das andere müht sich noch. „Sie hat es schneller geschafft. Wie fühlt sich das an? Welchen Tipp könntest du ihr geben?"
  • Jemand will mehr Löcher hinzufügen, um es leichter zu machen. „Gute Idee, aber wären alle einverstanden, das Spiel mittendrin zu ändern?"
  • Zwei Kinder streiten, wer dran ist. „Ihr wart beide schon zweimal dran. Wie behaltet ihr den Überblick?"
  • Jemand lässt den Karton aus Frust fallen. „Der Frust ist echt. Möchtest du eine Pause machen oder es nochmal versuchen?"

26. Das Tanzschritt-Kettenspiel

Kinder tanzen gemeinsam im Wohnzimmer, ein Kind führt mit einer lustigen Bewegung an, während die anderen lachen und mitmachen

Legt Musik mit guter Energie auf. Die erste Person macht einen Tanzschritt. Alle machen ihn nach. Die zweite Person macht diesen Schritt und fügt einen eigenen hinzu. Alle machen beide nach. So geht es weiter. Es wird eine Kette, die länger und lustiger wird, je weiter sie wächst, und irgendwann vergisst jemand etwas und es bricht Chaos aus. Tanzerfahrung ist nicht nötig.

Material: Musik (irgendein Gerät), genug Platz zum Bewegen

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemandes Bewegung wird ausgelacht. „Sie hat gelacht, als du deine Bewegung gemacht hast. Wie hat sich das angefühlt? War es ein Mitlachen oder ein Auslachen?"
  • Ein Kind ist zu schüchtern, um einen Schritt hinzuzufügen. „Es muss nichts Großes sein. Auch eine winzige Bewegung zählt. Was könnte das sein?"
  • Die Kette wird zu lang und jemand vergisst etwas. „Die Kette ist gerissen. Das ist okay, sie war ja sehr lang. Fangen wir neu an oder machen wir eine kürzere Version?"
  • Jemand will den Schritt eines anderen überspringen. „Jede Bewegung zählt. Auch wenn es schwer ist, versuch es. Das ist das Spiel."

27. Bowling drinnen

Indoor-Bowlingbahn mit Plastik-Wasserflaschen als Kegel auf einem Holzboden, ein Gummiball rollt darauf zu, Kinder schauen aufgeregt zu

Stellt Wasserflaschen auf (ein bisschen Wasser in jeder hilft, dass sie stehen bleiben), markiert eine Wurflinie mit Klebeband, rollt einen Ball auf die Kegel zu. Nach jedem Zug muss jemand neu aufstellen. Diese Aufgabe ist nie beliebt, aber herauszufinden, wer sie übernimmt, gehört zum Spiel dazu.

Material: Plastik-Wasserflaschen (6–10), ein weicher Ball, Klebeband für die Wurflinie

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemand will die Kegel nicht neu aufstellen (diese Aufgabe). „Irgendjemand muss sie aufstellen. Wie entscheidet ihr, wer?"
  • Ein Kind rückt zum Werfen immer näher heran. „Die Linie ist für alle gleich. Sie zu verschieben, würde das Spiel für alle verändern."
  • Jemand wirft nur wenige Kegel um und schämt sich. „Das war ein schwerer Wurf. Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?"
  • Zwei Kinder sind sich uneinig, wie viele Kegel gefallen sind. „Ihr habt unterschiedlich gezählt. Was könnte das klären?"

28. Selbstgebaute Instrumente & Band

Kinder bauen selbstgemachte Musikinstrumente aus Haushaltsgegenständen – Reis-Rasseln, Gummiband-Gitarre, Holzlöffel-Trommel – in einer warmen Küche

Reis in einem geschlossenen Behälter wird zur Rassel. Gummibänder über einen Karton gespannt werden zur Gitarre. Ein Topf und ein Holzlöffel werden zur Trommel. Sobald jeder ein Instrument hat, habt ihr eine Band. Klärt, wer dirigiert, bevor jemand anfängt zu spielen.

Material: Behälter mit Deckel (für Rasseln), Gummibänder, Kartons, Töpfe, Holzlöffel, getrockneter Reis oder Nudeln

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Alle wollen gleichzeitig laut spielen. „Das ist ganz schön viel Lärm. Was könnte ein Dirigent tun, um zu helfen?"
  • Jemand will die Trommel, aber ein anderer hat sie schon beansprucht. „Zwei wollen das lauteste Instrument. Wie entscheidet ihr?"
  • Ein Instrument klingt viel besser als ein anderes. „Deine Rassel klingt cooler. Ist das fair? Muss jedes Instrument gleich klingen?"
  • Die Band will für ein Elternteil auftreten, das beschäftigt ist. „Sie haben gesagt, sie hören in fünf Minuten zu. Was machst du, während du wartest?"

29. Die Fühlkiste

Große Kiste gefüllt mit buntem getrocknetem Reis und Nudeln, mit kleinen Spielsachen, Bechern und Löffeln zum Graben und Schütten, Kinderhände erkunden

Füllt eine große Kiste oder Plastikwanne mit getrocknetem Reis, Nudeln oder Linsen. Gebt kleine Becher, Löffel, Spielzeugtiere dazu, alles, was interessant erscheint. Am besten für jüngere Kinder, aber die älteren landen am Ende auch immer dort. Eine Regel: Was in die Kiste kommt, bleibt in der Kiste.

Material: Große Plastikkiste, getrockneter Reis oder Nudeln oder Linsen, kleine Becher, Löffel, kleine Spielsachen

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Ein Kind schnappt sich ein Spielzeug, das das andere gerade benutzt hat. „Sie hat diesen Becher benutzt. Was könntest du stattdessen nehmen, während du wartest?"
  • Reis fällt auf den Boden. „Es ist was verschüttet. Das passiert. Lass uns einsammeln, was wir können."
  • Ein älteres Kind übernimmt die Kiste und lässt dem jüngeren keinen Platz. „Sie will auch spielen. Wie passt ihr beide rein?"
  • Ein Kind füllt ständig den Becher des anderen und schüttet ihn aus. „Sie hat dich gebeten aufzuhören. Was bedeutet das?"

30. Die Familienzeitung

Kinder machen eine handgemachte Familienzeitung an einem Tisch mit handgezeichneten Illustrationen, handgeschriebenen Schlagzeilen, Schere und Buntstiften in der Nähe

Gebt jedem Kind einen Teil: Nachrichten, Wetter, Sport, Comics, Rezepte. Schreibt und malt die Geschichten eurer Woche: was passiert ist, was lustig war, wie das Wetter war, was jemand zum Abendessen gemacht hat. Faltet sie wie eine Zeitung und lest sie am Ende der Familie laut vor. Es ist immer lustiger, als alle erwartet haben.

Material: Papier (größer ist besser, A3 oder gefaltetes A4), Stifte, Buntstifte, Lineale (optional)

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemand will über einen Streit schreiben, der passiert ist. Lass es zu. „Das war Teil eurer Woche. Wie willst du es beschreiben?"
  • Zwei Kinder wollen denselben Teil. „Ihr wollt beide die Comics machen. Könntet ihr jeweils einen Comicstreifen machen, oder es anders entscheiden?"
  • Der Teil eines Kindes ist viel kürzer als der des anderen. „Deiner ist kürzer. Stört dich das? Was könntest du ergänzen?"
  • Jemand schreibt etwas über ein Geschwisterkind, das diesem peinlich ist. „Du hast über sie geschrieben. Ihr gefällt das nicht. Was könntest du tun?"

Warum Regentage tatsächlich nützlich sind

Die Einschränkung, drinnen zu sein, schafft etwas Wertvolles: Kinder können nicht in getrennte Aktivitäten flüchten. Sie müssen herausfinden, wie sie zusammen sein können.

Das Teilen von begrenztem Material, das Verhandeln um Platz, der Frust, wenn Pläne sich ändern. Das sind genau die Fähigkeiten, die sie für die Schule, für Freundschaften, fürs Leben brauchen. Regentage geben uns konzentrierte Übung.

Letzte Woche, nach einem langen Nachmittag drinnen, sagte mein Sohn zu seiner Schwester: „Deine Idee fand ich am Anfang nicht gut, aber sie hat besser funktioniert als meine."

Das hätte er nicht gelernt, wenn wir einfach einen Bildschirm angemacht hätten. Der Regentag hat uns das Geschenk gemacht, es gemeinsam hinbekommen zu müssen.

Häufig gestellte Fragen

F: Was können Kinder an einem Regentag drinnen machen?

A: Mehr, als man denkt. Fangt mit etwas Praktischem an: eine Decken-Höhle, Knete, Aquarellmalen oder ein Puzzle. Wenn ihr mehrere Kinder habt, setzt auf Aktivitäten, bei denen geteilt werden muss: gemeinsam mit LEGO bauen, backen oder an einem Projekt arbeiten. Es geht nicht darum, jede Minute zu füllen, sondern darum, ihnen etwas zu geben, das es wert ist, gemeinsam herauszufinden. Diese Liste hat 30 Möglichkeiten, von ruhig und leise bis aktiv und chaotisch.

F: Wie beschäftige ich Kinder, wenn es regnet?

A: Anstatt alles für sie zu planen, baut einen einfachen Anstoß auf und tretet zurück. Legt eine Decke und Snacks für ein Indoor-Picknick aus. Stellt ein paar Kartons auf den Boden. Richtet Aquarellfarben und Papier her. Kinder spielen oft am besten, wenn der Aufbau minimal und das Ergebnis offen ist. Strukturierte Aktivitäten wie Brettspiele oder Backen funktionieren am besten, wenn die Energie hoch ist und ihr Zeit habt, dabei zu sein.

F: Was sind einfache Regentag-Aktivitäten für Kleinkinder?

A: Knete, einfaches Aquarell- oder Fingermalen, Blätter-Frottage mit abgepellten Buntstiften und Fühl-Erkundungen mit sicheren Haushaltsmaterialien funktionieren alle gut für Kleinkinder. Haltet das Material einfach und bleibt in der Nähe. Die besten Aktivitäten für Kleinkinder sind die, bei denen der Prozess das Wichtigste ist: matschen, drücken, schütten, sortieren, statt eines fertigen Produkts. Das Indoor-Picknick ist auch ein Favorit, weil es die Snackzeit zu einem Ereignis macht.

F: Wie macht man einen Regentag für Kinder schön?

A: Senkt die Erwartungen daran, wie der Tag aussehen muss. Ein gutes langes Projekt, eine Karton-Welt, ein Puppentheater, eine Backsession, ein gemeinsames Mini-Buch, ist befriedigender als fünf hektische Aktivitäten. Lasst die Kinder die Führung übernehmen, sobald ihr die Umgebung hergerichtet habt. Sagt Ja zum Chaos. Der Tag muss nicht perfekt durchorganisiert sein, um ein guter zu sein.

F: Welche Regentag-Aktivitäten kommen ohne Bildschirmzeit aus?

A: Fast alles auf dieser Liste. Die Klassiker bewähren sich: Puzzles, Brettspiele, Malen, Backen, Knete. Weniger naheliegende Möglichkeiten: Papierflieger mit einem Weitwurf-Wettbewerb, Origami nach einer einfachen Anleitung, eine Geschichten-Runde, bei der jeder einen Satz hinzufügt, oder ein Puppentheater planen und aufführen. Für ältere Kinder kann das gemeinsame Schreiben und Illustrieren eines Mini-Buchs einen ganzen Nachmittag füllen.

F: Was macht man mit Kindern, die den ganzen Tag drinnen feststecken?

A: Wechselt zwischen verschiedenen Arten von Aktivitäten. Etwas Körperliches (Hindernisparcours, Papierflieger), etwas Kreatives (Malen, Knete, die Karton-Welt), etwas Soziales (Brettspiele, gemeinsames Bauen, zusammen kochen). Plant nicht jede Stunde durch. Lasst Lücken. Langeweile führt oft zu den kreativsten Ideen, besonders wenn Material in Reichweite ist.