Spiele für soziale Kompetenzen bei Kindern: Einfache Spiele, die Zusammenarbeit und Kommunikation vermitteln

Spaßige Spiele, die Kindern helfen, sich abzuwechseln, zusammenzuarbeiten und gut miteinander zu reden

Kinder spielen kooperative Spiele, die soziale Kompetenzen stärken

Mein Sohn kam aus der Schule und sagte: "In der Pause wollte keiner mein Spiel mitspielen."

Es stellte sich heraus, dass er sich die Regeln spontan ausgedacht, sie geändert hatte, als er verlor, und frustriert wurde, wenn die anderen nicht mitkamen. Er war nicht gemein. Er hatte einfach noch nicht die Fähigkeiten gelernt, die ein Spiel zum Funktionieren bringen: Kommunikation, Flexibilität, sich abwechseln und damit umgehen, wenn es mal nicht nach dem eigenen Kopf läuft.

Beim Spielen werden soziale Kompetenzen wirklich geübt. Nicht in Unterrichtsstunden oder auf Arbeitsblättern, sondern genau in dem Moment, in dem jemand anderes das Teil nimmt, das man wollte, in dem man warten muss, bis man dran ist, in dem man verliert und entscheiden muss, wie man damit umgeht.

Die folgenden Spiele sind so gestaltet, dass soziales Lernen direkt mit eingebaut ist. Sie sind leicht zu spielen. Die Herausforderung liegt im sozialen Miteinander.

8 Spiele für soziale Kompetenzen bei Kindern


1. Die Bau-Challenge

Kinderhände bauen gemeinsam einen bunten Klötzchenturm, kooperative Teamarbeit

Teams bauen gemeinsam einen Turm, mit einer einzigen Regel: Reden ist verboten. Die Verständigung läuft über Gesten, Mimik und das Beobachten der anderen. Die Kinder merken, dass Teamarbeit Aufmerksamkeit für die anderen verlangt und nicht nur die eigenen Ideen zählen.

Material: Bauklötze, Lego oder Pappkartons

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemand fängt an zu reden. Erinnere sanft daran: "Keine Worte. Wie kannst du deine Idee sonst zeigen?"
  • Jemand übernimmt das Kommando und lässt die anderen nicht mitmachen. Danach: "Durfte jeder Teile dazulegen? Wie könnten wir das hinbekommen?"
  • Der Turm fällt wegen des Teils von jemandem um. "Das ist frustrierend. Was könntest du tun, statt anderen die Schuld zu geben?"
  • Die Idee von jemandem wird übergangen. "Wie hat es sich angefühlt, als die anderen nicht verstanden haben, was du wolltest?"
  • Nach dem Spiel: "Was war schwer am Schweigen? Was hast du über deine Mitspieler gelernt?"

2. Das Rücken-an-Rücken-Zeichnen

Zwei Zeichnungen nebeneinander: das einfache Originalbild und der Versuch eines Kindes nach mündlicher Beschreibung

Ein Kind beschreibt ein einfaches Bild, während ein anderes es zeichnet, ohne das Original zu sehen. Wer beschreibt, darf nicht auf die Zeichnung schauen; wer zeichnet, sieht das Bild nicht. Das ist reines Kommunikationstraining: klar sein, nachfragen, mit Missverständnissen umgehen.

Material: Papier, Buntstifte, einfache Bilder zum Beschreiben

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Die Zeichnung sieht dem Bild überhaupt nicht ähnlich. "Was ist passiert? Wo wurde die Verständigung schwierig?"
  • Wer beschreibt, wird frustriert: "Du hörst gar nicht zu!" Frag: "Vielleicht hat sie es anders verstanden, als du es gemeint hast. Versuch es mal anders zu sagen."
  • Wer zeichnet, gibt auf. "Es ist verwirrend. Aber bleib dran. Stell ihr Fragen."
  • Jemand gibt dem anderen die Schuld, wenn es nicht klappt. "Ihr habt beide euer Bestes gegeben. Was könntet ihr nächstes Mal anders machen?"
  • Tauscht die Rollen: "Jetzt versuchst du zu beschreiben. Ist es schwerer, als du dachtest?"

3. Freundschafts-Ausmalbild zu zweit

Ein Freundschafts-Ausmalbild mit einer Ente und einem Fuchs, die zusammen etwas gestalten

Die Aktivität findest du hier: Freundschafts-Ausmalbild Ente & Fuchs →

Druckt ein Freundschafts-Ausmalbild aus und malt es gemeinsam aus. Ein Kind malt die eine Figur an, das andere die zweite. Sie teilen sich die Stifte, entscheiden zusammen, wer was ausmalt, und schaffen am Ende etwas, das sie verschenken können. Das Ausmalen ist ruhig; geübt werden die gemeinsamen Entscheidungen.

Material: Ausgedrucktes Ausmalbild, Bunt- oder Filzstifte

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Beide Kinder wollen dieselbe Figur ausmalen. "Ihr wollt beide die Ente. Was könntet ihr machen?"
  • Jemand malt in den Bereich des anderen hinein. "Eure Farben treffen sich. Was denkst du darüber?"
  • Sie sind sich bei der Farbwahl uneinig. "Er macht den Fuchs lila!" Lass es zu: "Es gibt ganz viele Möglichkeiten, etwas auszumalen."
  • Jemand ist mit seinem Teil fertig und will aufhören. "Sie arbeitet noch an ihrem Teil. Was könntest du tun, während du wartest?"
  • Zum Schluss: "Wem solltet ihr das schenken? Ihr habt es zusammen gemacht."

4. Gefühle-Pantomime

Bunte Karten mit Gefühlswörtern ausgebreitet: fröhlich, traurig, frustriert, nervös, eifersüchtig

Kinder spielen Gefühle vor, während die anderen raten. Einfach, aber es baut den Gefühlswortschatz auf und schult die Fähigkeit, Mimik zu lesen, beides wichtige soziale Kompetenzen. Wir nehmen auch knifflige Gefühle dazu: frustriert, eifersüchtig, enttäuscht, nervös, und nicht nur fröhlich und traurig.

Material: Karten mit Gefühlswörtern (oder einfach laut vorgeben)

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemand weiß nicht, wie er ein Gefühl darstellen soll. "Was macht dein Gesicht, wenn du eifersüchtig bist? Und dein Körper?"
  • Wer rät, sagt etwas Verletzendes: "Du siehst blöd aus!" Sprich es an: "Das ist nicht nett. Was könntest du stattdessen sagen?"
  • Jemand rät ständig falsch. "Mimik zu lesen ist manchmal schwer. Schau weiter genau hin, du wirst besser."
  • Ein schwieriges Gefühl kommt dran und das Kind will es nicht vorspielen. "Es ist okay, auszulassen. Aber Gefühle vorzuspielen hilft uns, sie zu verstehen."
  • Danach: "Welches Gefühl war am schwersten zu zeigen? Welches am schwersten zu erraten?"

5. Der Komplimente-Kreis

Blick von oben auf Kinder, die im Kreis sitzen und einen Ball weitergeben, Komplimente-Spiel

Die Kinder sitzen im Kreis. Jeder sagt etwas Nettes über die Person neben sich. Klingt einfach, aber für jeden ehrliche, freundliche Worte zu finden, auch für Menschen, mit denen man sich nicht immer versteht, das ist echte Übung.

Material: Keins (oder ein Ball zum Weitergeben)

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemandem fällt kein Kompliment ein. "Was ist dir an ihm aufgefallen? Etwas, das er gut kann?"
  • Ein Kompliment kommt sarkastisch oder hintergründig daher. "Das klang nicht nett. Kannst du es noch mal mit etwas Wahrem und Schönem versuchen?"
  • Jemand soll ein Kind loben, mit dem er gerade Streit hat. "Auch an Menschen, mit denen wir uns nicht immer verstehen, gibt es Gutes. Was zum Beispiel?"
  • Jemandem ist es unangenehm, ein Kompliment anzunehmen. "Das fühlt sich manchmal komisch an. Sag einfach danke."
  • Jemand macht allen dasselbe Kompliment. "Jeder ist anders. Was ist das Besondere an ihr?"

6. Die Ja-und-Geschichte

Kinder sitzen im Kreis, über ihnen schweben fantasievolle Geschichtselemente, gemeinsames Geschichtenerzählen

Eine Person beginnt eine Geschichte mit einem Satz. Die nächste Person macht mit "Ja, und ..." weiter, nimmt also das Vorige an und baut darauf auf. Dieses Improvisationsspiel vermittelt eine grundlegende soziale Kompetenz: auf den Ideen der anderen aufzubauen, statt sie abzulehnen.

Material: Keins

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemand sagt "Nein" oder "Aber" statt "Ja, und". Sanft: "Denk dran, wir nehmen an, was der andere gesagt hat. Fang mit Ja an."
  • Jemand lenkt die Geschichte in eine Richtung, die den anderen nicht gefällt. "Das gehört zum Spiel dazu. Nimm es an und schau, wohin es führt."
  • Jemand will die ganze Geschichte bestimmen. "Jeder fügt einen Teil hinzu. Dann ist der Nächste dran."
  • Die Geschichte wird albern oder eklig. Lass es laufen: "In diesem Spiel nehmen wir alle Ideen an. Was passiert als Nächstes?"
  • Jemand steigt aus, weil ihm nicht gefällt, wohin es ging. "Die Geschichte gehört allen. Du bist gleich wieder dran."

7. Das Zeitlupen-Rennen

Kinderfüße in bunten Turnschuhen mitten im Schritt auf Gras, Zeitlupen-Rennen

Wer als Letzter die Ziellinie überquert, gewinnt. Die Kinder rennen in extremer Zeitlupe. Das stellt den Wettkampf auf den Kopf und verlangt Geduld, Selbstbeherrschung und eine ganz andere Art zu gewinnen.

Material: Eine Start- und eine Ziellinie

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Jemand wird zu schnell, weil er es vergisst. "Langsamer! Das Ziel ist, Letzter zu sein."
  • Jemand wird frustriert, weil das Gewinnen umgedreht ist. "Dieses Spiel ist anders. Wie fühlt es sich an, wenn sich die Regeln ändern?"
  • Jemand "schummelt", indem er ganz stehen bleibt. "Du musst dich weiterbewegen, nur eben langsam. Findest du die langsamste Bewegung?"
  • Jemand will nicht verlieren (was hier schnell sein bedeutet). "In diesem Spiel heißt, das Rennen zu verlieren, zu gewinnen. Lass das mal auf dich wirken."
  • Danach: "Was war schwer daran, langsam zu sein? Wo musst du sonst noch geduldig sein?"

8. Das Puppentheater zum Problemlösen

Niedliche Papiertüten-Puppen schauen aus einem Puppentheater aus Pappe mit Stoffvorhängen heraus

Gib den Kindern Handpuppen und eine Situation mit einem Konflikt: Zwei Freunde wollen dasselbe Spielzeug; jemand hat etwas Verletzendes gesagt; ein neues Kind hat niemanden zum Spielen. Die Kinder spielen das Problem nach UND finden mit den Puppen eine Lösung.

Material: Einfache Handpuppen (Papiertüten, Socken), eine "Bühne"

Soziale und emotionale Herausforderungen:

  • Die Puppen streiten nur und klären nichts. "Was könnten sie tun, um das zu lösen? Lass es sie mal versuchen."
  • Jemand macht seine Puppe zum Helden, der alles richtet. "Was könnte die andere Puppe tun? Beide müssen an der Sache arbeiten."
  • Die Situation trifft ein Kind besonders. Lass es sie nachspielen; der Abstand der Puppen macht es leichter.
  • Die Kinder sind sich uneinig, wie sie es lösen sollen. "Es kann mehr als eine Lösung geben. Schauen wir uns beide an."
  • Danach: "Wenn das wirklich passieren würde, was würdest du tun? Wie haben dir die Puppen geholfen, darüber nachzudenken?"

Puppentheater ist das Herzstück dessen, was wir vermitteln. Unser Kurs begleitet dich beim Aufbau eines kompletten Puppentheaters: vom Basteln der Puppen über das Schreiben der Geschichten bis zum gemeinsamen Auftritt. Die erste Lektion ist kostenlos.

Warum Spiele für soziale Kompetenzen funktionieren

Soziale Kompetenzen lassen sich nicht durch Vorträge vermitteln. Sie entstehen durch Übung, in echten Momenten, in denen Kinder reden, teilen, warten, anständig verlieren und einen Konflikt durchstehen müssen.

Spiele liefern genau solche Momente, in Portionen, die klein genug zum Bewältigen sind. Ein Streit um Puzzleteile ist Übung für größere Streitigkeiten später. Zu lernen, die Richtung der Geschichte eines anderen anzunehmen, ist Übung dafür, in der Schule, im Beruf und in Beziehungen Ideen anzunehmen, auf die man selbst nicht gekommen wäre.

Ein paar Wochen, nachdem wir mit diesen Spielen angefangen hatten, kam mein Sohn nach Hause und sagte: "Ich habe meinen Freunden in der Pause das Ja-und-Spiel beigebracht."

Er hatte etwas, das wir geübt hatten, mitgenommen und weitergegeben. Die Fähigkeiten wurden zu seinen eigenen, nicht weil ich ihm gesagt hatte, er solle kooperativ sein, sondern weil er beim Spielen erlebt hatte, wie sich Zusammenarbeit anfühlt.